
Hallo zum 2. Teil meiner Nats Coverage:
Tag 2
Der 2. Tag beginnt wie der 1. aufgehört hat, mit blöden Sprüchen meines Zimmerkollegen „Peda“, der sich am liebsten mit der ganzen Wiener Magic Community anlegt, aber da er wahrlich ein wortgewaltiger Hüne ist, lassen sich die meisten nicht wirklich auf ein Wortgefecht mit ihm ein.
Mein Draftdeck hat die Testpartien am Abend durchwegs souverän bestritten und somit ging ich recht zuversichtlich in die nächsten Partien.
8. Runde Bojan Stanic RW
Ich wusste vom Vortag, dass er erstaunlicherweise den höher eingeschätzten Christopher Wolf besiegt hat, also ging ich mit gehörigem Respekt in die Partie. Es kommt nach einer Weile zu einem Stall, sein 5/5 Minotaur, Blutoger und Goblin Tunneler hielten meinen Cudged Troll, Bonebreaker Giant und ein paar Bärchen in Schach. Mit einem Titanic Growth auf meinen Cudged Troll und einen Shock auf den Oger, boxte ich mir den Weg zum Sieg frei. In der 2. Partie passierte relativ wenig – ein Riese und eine Riesenspinne kämpten gegen einen Armored Warhorse 2/3er, da er sich zu Schade für 2 Removal auf den 4/4er war, nahm er ihn 2x. beim Stand von 20-12 spielt er seinen sein Volcanic Dragon und da man Haste ja immer ausnützen muss (oder eben nicht) nahm ich schnell die 4 Schaden. End of Turn ein Combust und dann mit beiden Kreaturen angegriffen, somit ging er auf 6. Nun bleibt der Drache doch hinten und wird sogar zum 8/8er fliegendem Erstschlagengel (Angelic Destiny). Mit meinem aufgespartem Web jedoch den Blocker entsorgt und relativ einfach die Partie gewonnen.
6-2
9. Runde Christian Mauhart RB
Der sympathische Tiroler ist einer meiner Lieblingsgegner, der aufgrund meiner markelosen Bilanz gegen ihn und meiner 2 Plainswalker im Deck nicht sehr erfreut ist, gegen mich spielen zu müssen. Nach einem Mulligan meinerseits lege ich einen recht soliden Draw mit Sacred Wolf, Cudget Troll und Turn 5 Garruk aufs Feld. Er findet aufgrund von Manaproblemen nicht schnell genug ins Spiel und der Garruk erledigt den Rest. Im 2. Spiel werden die 1. Kreaturen abgetauscht oder eben abgeschossen und bei mir kommt der Riesenholzverschlinger aufs Board – er kann mit dem Crumbling Colossus aber recht gut dagegenhalten, wenn, ja wenn nicht gleich der Garruk schon wieder kommen würde. Einen 3/3er später greift der Trampler an, eine schwierige Situation, beschützt man Garruk oder lässt man ihn einfach sterben und vor allem welche Tricks könnte er haben, Shock, Incinerate, Fling, Chandra´s Outrage, Doom Blade… Ich entscheide mich für einen Doppelblock, da ich noch eine aussichtsreiche Hand halte mit Greater Basilisk und Arachnus Web, fürchte ich seine Tricks nicht allzu sehr, weil er danach nicht mehr viele Handkarten hätte. Er spielt Chandra´s Outrage und Incinerate (welches nicht mehr nötig gewesen wäre) und das Board ist leergefegt. Nun gesellt sich zum ersten Basilisken bald ein 2.ter dazu und seine kleinen rot-schwarzen Kreaturen sind schnell überrannt. Im Nachhinein erzählt er mir, dass er am Schluss noch immer ein Fling in der Hand hielt, weil er nach dem angesprochenem Doppelblock keinen geeigneten Moment mehr fand, um es vorteilhaft nützen zu können. Sieht so aus als ob sich der Block schon rentiert hätte.
7-2
Limited ist nun beendet, jetzt muss ich wieder mein Mono Rot in die Hand nehmen. Nun gilt es noch eine Partie gewinnen, dann bin ich in den Top 8, am besten gleich gegen Holzi gepaired werden, der mit 9-0 schon fix drinnen ist.
10. Runde Thomas Holzinger - Steel
Dankenswerterweise gibt mein Salzburger Teamkollege ohne wenn und aber auf und freut sich schon mit mir auf die Top 8.
8-2
Nun dürften 2 Draws nur noch reine Formsache sein, und 3 Salzburger (Marc Mühlböck steht nun auch zu 2) sind schon fix für die Top 8 qualifiziert. Doch dann kommt es erstaunlicherweise anders als man denkt, wir werden beide runtergelost und so könnte man bei einer Niederlage doch noch rausfallen.
11. Runde Armin Birner - Valakut
Er fragt mich, ob ich aufgeben möchte, aber meine Position und vor allem mein Buchholz ist nicht so gut, dass ich mich auf dieses Spielchen einlassen kann. Ich gewinne die erste Partie, weil er weder Bolt noch andere unfaire Karten (wie Baloth) gegen mich gespielt hat und ich ihn einfach überrenne (mit ein bisschen Burn dazu;-) In der 2. schiesse ich mit meinem Lavamancer + Burn die gegnerische Wall ab, und die nächste wird mit einem Act of Aggression übernommen, Souleater und Ember Hauler greifen an und auf 4 Leben nutze ich die Manaability der Wall um mit dem Ember Hauler noch 2 zu schiessen und mein Lavamancer macht den Rest. Im letzten Zug überleg ich noch, ob ich Armin das Draw schenken soll, aber da sowohl noch ein weiterer Salzburger Chancen auf Top 8 hat, was ich ihm auf keinen Fall verbauen möchte, und ich nicht unbedingt dieses Match Up als besonders gut empfinde (nach dem Boarden), entscheide ich mich mit wirklich schlechtem Gewissen dagegen.
9-2
12. Runde Emmanuel Schleinzer - Goblins
Nach kurzen Diskussionen mit Marc Mühlböck, der mit meinem und Holzi´s Draws in der letzten Runde unzufrieden wäre, weil er ein mögliches Salzburger Duell im Viertelfinale unbedingt vermeiden will, entscheide ich mich jedoch trotzdem dafür, da ein genaues Vorherberechnen sowieso unmöglich ist und man sich auch vor den Top 8 eine kleine Pause gönnen möchte.
Draw
9-2-1
Top 8
Viertelfinale: Leitzinger Gerald UB
Die wohl wichtigste Partie des Turniers ist natürlich nicht das Finale, sondern das Viertelfinale, der Sieger hat das primäre Ziel ja schon erreicht – die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in San Francisco. Dementsprechend angespannt ist die Stimmung, auch wenn wir nun in den gemütlicheren SpielRaum ein paar Meter weiter übersiedelt sind. Vor laufender Kamera (klingt ja unglaublich wichtig – lol) bestätigt mir Gerald, dass er liebend gerne vor einer größeren Kulisse spielt, was ich ihm gerne glaube, da er nicht selten seine Spielzüge mitkommentiert (wie auch im Spiel gegen Rohrer Markus um Top 8). Nach extra langem mischen gewinne ich glücklicherweise den Würfelwurf und beginne sehr stark mit Goblin Guide, Goblin Guide und Teetering Peeks. Nach 2 Züge auf 12 Leben zu sein ohne eine Karte im Friedhof des roten Magiers zu sehen, ist wahrlich kein gutes Zeichen. Er versucht meinen nachgelegten Ember Hauler wieder auf die Hand zu geben, nach längerem überlegen spiel ich ihn noch einmal aus, da es schon durch das Opfern fast reicht ihn zu töten, jedoch wollte ich lieber eine Kreatur mehr am Board haben. Kurz darauf reicht es schon um ihn totzuschiessen. Später erklärt er mir, dass wenn ich nicht so extrem schnell begonnen hätte, das Spiel zu seinen Gunsten verlaufen wäre.
+1 Manabarbs
+2 Koth of the Hammer
-1 Maniac Vandals
-2 Searing Blaze
Die 2. Hand hätte ich vermutlich nicht keepen dürfen, da ich keinen 1er drop in der Hand hielt und nur 2 Ember Hauler, 1 Shrine of Burning Rage + 2 Schüsse und 2 Länder. Der Shrine hat mich zu dieser Entscheidung ein wenig verleitet, da die Lösungen darauf für den UB Spieler durchaus begrenzt sind, nämlich Ratched Bomb und Mana Leak, dazu kommen noch die 11 Outs (21%) auf eine Kreatur in der 1. Runde. Verdientermaßen ziehe keinen 1er Drop und mein Shrine wird auch gecountert, damit ist die Partie auch relativ schnell vorbei, meine restlichen Kreaturen werden frühzeitig abgestellt und ein Batterskull erledigt mich in Windeseile.
-2 Searing Blaze
+2 Manic Vandals (da ich nun Batterskull und Ratched Bomb als Ziele kenne)
Game 3 starte ich mit einem Mulligan und auch die zweiten 6 sind nicht sonderlich, aber ich entschied mich eine fragwürdige Hand mit nur einem Land, 2 1er Drops, Manabarbs und 2 Schüssen zu behalten. Nach wenigen Zügen stehen meine Sterne nicht mehr allzu gut, ein Grim Lavamancer 3 Länder am Tisch, 1-2 Schüsse und ein Manabarbs in der Hand und vor allem der Gegner noch auf 17 Leben. Nun benötigt er nur noch eine Gewinnoption und ich bin so gut wie tot, aber die Hoffnung stirbt zuletzt und mein Nebenmann der „Holzi“ reicht mir die Glückseichel, mit der er auch noch sein verloren geglaubtes Spiel zu seinen Gunsten wenden konnte. So weit so gut, ab jetzt muss ich um immer genügend Friedhofkarten zu haben, beginnen auf ihn zu brennen. Das lässt er sich nicht lange gefallen und legt einen Vampire Nighthawk. Mein Burn auf den Vampir wird zwar mit Flashfreeze gecountert, ich ziehe jedoch glücklicherweise prompt einen neuen Schuss, der ihn sofort erledigt. Kurz darauf wird mein Lavamancer auch in den Friedhof verfrachtet und ein nachgezogener Goblin Guide durch Ratched Bomb im Griff gehalten. Auf 5 Leben seinerseits betritt mein Ember Hauler das Spielfeld, der später im Angriff vom Creeping Tar Pit geblockt wird, eine schwierige Entscheidung gilt es zu treffen, auf Leitzi zu schiessen oder doch mit dem Tar Pit zu tauschen. Aufgrund meiner Manabarbs in der Hand, die auf ihre Art und Weise das Manland im Griff halten, entscheide ich mich auf meinen Gegner zu zielen. Er zieht mehr Länder als ihm lieb ist und 2 Burst Lightning in Folge verbrennen seine letzten Lebenspunkte. Ein wirklich glückliches Spiel 3.
Die Erleichterung ist riesig – ich darf wirklich nach San Francisco zur WM – der Druck ist von den Schultern, alles was jetzt noch kommt ist eine Draufgabe. Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es nun zum
Halbfinale: Reitbauer David UWB
Mit einem entspannten Gefühl gehe ich nun diese Partie an, einerseits wie oben beschrieben ist das Wichtigste schon überstanden und andererseits hab ich dieses Deck schon einmal am Vortag besiegt (Gegner Micha Reiter). Ich weiß zwar nicht, ob die beiden genau dieselben 75 Karten spielen, aber ich rechne schon mit einer sehr ähnlichen Deckliste. Es lauft wie es häufig passiert zwischen Control und Beatdown, ich lege die Kreaturen und er tötet sie nach und nach, aber ein paar kleine lästige Tiere bleiben immer am Feld und ich bringe so langsam aber sicher Schaden durch, schlussendlich kann ich ihn mit einem Lightning Bolt und dem Ember Hauler die letzten Leben runterschiessen.
+2 Koth of the Hammer
+1 Mana Barbs
+1 Act of Aggression
-1 Maniac Vandals
-3 Searing Blaze
Die 2. Partie ist schnell erklärt ich keepe die 1 Landhand mit den wichtigsten Karten im Deck gegen ihn – Goblin Guide und Souleater zusätzlich habe ich einen weiteren 1er drop Spikeshot Elder, somit reicht es mir, wenn ich in 2-3 Draws 1 Land ziehe, um einen ordentlichen Start hinzulegen und laufe eher nicht in Gefahr eine lange Partie aufgrund von Manaflood zu verlieren. Ich finde sofort ein Land und kann schnell Druck aufbauen, mein Gegner wehrt sich mit einigen Removal und sucht kräftig nach mehr Spells mit insgesamt 4 Preordain, aber schlussendlich zieht er erstaunlicherweise trotz dem vielen Scryen viel zu viele Länder und vor allem keine Bedrohung, die mir das Leben schwer machen könnte, und somit gewinne ich relativ einfach.
Cool, hätte ich selbst nicht wirklich geglaubt, nun stehe ich im Finale, wo es um den wichtigsten Titel des Landes geht. Gegen welches Deck komme ich nun, Steel (Holzi) oder vielleicht doch Steel (Günsi), naja die Artefakte machen mir weniger Kopfzerbrechen wie das Tempered Steel selbst und vor allem die vermuteten Sideboardkarten: Kor Firewalker + Refraction Trap.
Finale
Finale: Gütl Ronald - Tempered Steel
Die 1. Partie beginnt gleich mit einem Mulligan seinerseits, ich dagegen behalte nach kurzem Überlegen eine eher mäßige Hand mit 5 Ländern einem Goblin Guide und einem Searing Blaze. Im Gegensatz zum Control Match Up in den vorhergegangenen Runden ist hier der Goblin Guide nicht von besonderem Wert, wichtiger sind schon Kreaturen, die auch Schaden schiessen können, wie Grim Lavamancer oder Spikeshot Elder vor allem wenn das Steel nicht das Spielfeld betritt. Am Draw erhoffe ich mir schon den einen oder anderen Spell bis zum 3. Zug und da mein Gegner mit nur 6 Karten startet, könnte es gerade so reichen. Er hat einen sehr langsamen Start und beginnt erst im 2. Zug mit einem Glint Hawk Idol. Bei mir folgt auf den Goblin Guide (der 2 Steel Overseer in Folge zum Vorschein bringt) sofort ein Immolating Souleater und damit setze ich meinen Gegner schon gehörig unter Druck. Nun versucht er mit dem Steel Overseer das Spielfeld unter Kontrolle zu bekommen. In meiner Angriffsphase schieße ich beide vermeintlichen Blocker mit Searing Blaze und Burst Lightning weg und pumpe den Souleater 8 x. Somit steht es 3-2 in Leben zu meinen Gunsten. Ich wollte ihn unbedingt auf mindestens 2 Leben bringen, damit er im nächsten Zug beide Kreaturen blocken muss und auch jeder Schuss tödlich ist. Er hat aber nur 3 Länder am Tisch (+1 Mox ohne Metallcraft) und somit kann er seine 2 Steel Overseer nicht ins Spiel bringen.
+2 Forked Bolt
+2 Dismember (hätten vielleicht alle 3 sein sollen)
+3 Maniac Vandals
-3 Immolating Souleater
-4 Goblin Guide
Lustigerweise werden gerade die beiden Gamewinner hinausgeboarded, aber wie schon angesprochen man benötigt einfach viele Schüsse gegen Steel und somit muss alles was nichts zerstört Platz machen.
Die 2. Partie beginnt er mit Ornithopter, Vault Skirge und noch einem Vault Skirge, der Ornithopter wird gebolted, weil er die Toughness 3 Grenze bei einem Steel überschreitet (und ich mich im nächsten Zug vermutlich austappen muss) und die beiden anderen fallen einem Forked Bolt zum Opfer. Auf beiden Seiten kommen die Schreine ins Spiel, bei ihm der weiße und bei mir der rote (auch wenn eigentlich beide Artefakte sind). Er verstärkt den Druck mit einem Tempered Steel, ich finde jedoch mein 3. Land um mit dem Maniac Vandals seinen Shrine zu töten. Nun beginnt er mich mit 2 Nexi zu vergiften – 6 auf einen Schlag. Puh in meiner Hand nur 3 Searing Blaze + 1 Burst Lightning ohne Fetchlands. Somit kann ich nur die Mana für den Shrine offen halten und natürlich mit dem 2/2er angreifen. Günsi legt nun einen Steel Overseer nach, der wiederum jeden einzelnen Nexus in eine tödliche Vergiftungsmaschine verwandeln kann. Also diesen schnell und wenig kostengünstig mit Burst Lightning und Searing Blaze abgeschossen. Nächste Runde stehe ich vor dem selbigem Problem, ein Nexus wird durch den Shrine getötet, aber nun bin ich nur noch einen Angriff von der Vergiftung entfernt. Leider ziehe ich keine Lösung für das Land und sterbe kurz darauf.
Im 3.Spiel tauschen seine ersten Kreaturen mit meinen Schüssen ab, nur ein kleiner Memnite schlägt mich auf 18, als dieser jedoch zu wachsen droht (Tempered Steel) muss auch er sterben. Für seinen Shrine halte ich schon als Antwort einen Vandalen parat, der auch bald mit seinem Freund dem Ember Hauler auf die Jagd geht, ein 2. Tempered Steel und ein Vault Skirge sind gleich die nächste Bedrohung. 5 Schaden und 5 Leben kann ich natürlich nicht auf dem Feld liegen lassen und wieder habe ich genau die passende Lösung mit einem Dismember. Eine Attacke später ist er schon auf 10 Leben und versucht mit dem Hero of Bladehold einen starken Body aufs Feld zu bekommen, aber der kommt zu spät. 2 gekickte Burst Lightning auf Ihn und ein weiterer Angriff geben ihm den Rest. 2-1
Wahnsinn Staatsmeister, ich kann es noch gar nicht fassen!!! Danke an alle, die mich mit Karten, beim Testen oder einfach nur mit Daumen drücken unterstützt haben. Das Glück war mir an diesem Wochenende sehr gewogen und die (Glücks)Eichel muss auch unbedingt mit nach San Francisco, dann kann ja gar nichts schief laufen;-)